{"id":10,"date":"2018-03-01T17:45:12","date_gmt":"2018-03-01T16:45:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.animal-thp.de\/?page_id=10"},"modified":"2018-03-01T22:16:04","modified_gmt":"2018-03-01T21:16:04","slug":"homoeopathie","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.animal-thp.de\/index.php\/homoeopathie\/","title":{"rendered":"Hom\u00f6opathie"},"content":{"rendered":"<p>\u00c4hnliches mit \u00c4hnlichem heilen<br \/>\nDie Hom\u00f6opathie arbeitet im Gegensatz zur Schulmedizin nach dem \u00c4hnlichkeitsprinzip: Similia similibus curentur \u2013 \u00c4hnliches werde mit \u00c4hnlichem geheilt. Von diesem Grundsatz leitet sich auch der Name ab: Das griechische Wort homoios bedeutet \u00e4hnlich (gleich), pathos hei\u00dft Leiden (erleiden).<\/p>\n<p>Ursprung: Hahnemann und die Chinarinde<br \/>\nDie Hom\u00f6opathie ist eine Erfahrungsmedizin, die auf den deutschen Arzt, Apotheker und Chemiker Samuel Hahnemann (1755-1843) zur\u00fcckgeht. Hahnemann war zu seiner Zeit ein bekannter und hoch angesehener Arzt. Er war aber auch Perfektionist und mit der damaligen Medizin sehr unzufrieden. Weil er die Therapiemethoden zu unwissenschaftlich fand und feststellte, dass sie den Patienten mehr schadeten als nutzten, gab er seine Praxis auf und verdiente den Lebensunterhalt f\u00fcr sich und seine Familie mit der \u00dcbersetzung ausl\u00e4ndischer medizinischer Werke. Dabei stie\u00df er auf eine Erkl\u00e4rung \u00fcber die heilsame Wirkung von Chinarinde bei Wechselfieber, eine alte Bezeichnung der Malaria. Weil er die Beschreibung interessant, aber unbefriedigend fand und nach einer besseren Erkl\u00e4rung suchte, beschloss er, das Mittel an sich selbst zu testen. Die Folge: Er litt unter malaria\u00e4hnlichen Symptomen, solange er das Mittel einnahm, und war wieder gesund, nachdem er es wieder abgesetzt hatte. F\u00fcr den Wissenschaftler Hahnemann stellte sich die Frage, ob das nur bei diesem einen Mittel zutraf oder auch f\u00fcr andere Substanzen galt. So begann er ein Vielzahl von Substanzen zu testen und bezog sp\u00e4ter in die Versuche seine gesamte Familie und andere freiwillige gesunde Testpersonen mit ein. Bei jeder Einnahme einer Substanz wurde peinlich genau notiert, welche k\u00f6rperlichen, geistigen und emotionalen Symptome sich einstellten. So entstand f\u00fcr jede gepr\u00fcfte Arznei ein so genanntes Arzneimittelbild.<\/p>\n<p>Die richtige Verd\u00fcnnung<br \/>\nHahnemann entdeckte, dass Verd\u00fcnnen und Versch\u00fctteln die Wirkung seiner Arzneien verst\u00e4rkte und verl\u00e4ngerte. Denn viele der Substanzen, die er pr\u00fcfte waren sehr giftig (z.B. Arsen und Tollkirsche). Um die giftige Wirkung ertr\u00e4glich zu machen, verd\u00fcnnte er die Stoffe wahrscheinlich mit Weingeist, und sch\u00fcttelte sie, um sie besser zu durchmischen. Da er akkurat \u00fcber all seine Versuche Buch f\u00fchrte, fiel ihm dieser Zusammenhang anscheinend beim Studium seiner peniblen Aufzeichnungen auf.<br \/>\nNach jahrelangen und eingehenden Forschungen besa\u00df er die Ergebnisse vieler verschiedener Arzneimittelpr\u00fcfungen und begann mit gro\u00dfem Erfolg Patienten zu behandeln.<\/p>\n<p>Grundidee: \u00c4hnlichkeit und Potenzierung<br \/>\nGrundbaustein der hom\u00f6opathischen Behandlungsweise ist die \u00c4hnlichkeitsregel: \u00c4hnliches werde mit \u00c4hnlichem geheilt. Die Hom\u00f6opathie geht davon aus, dass dem Menschen eine Lebenskraft innewohnt, die das Zusammenspiel des Organismus regelt und steuert. Krankheitssymptome entstehen, wenn die Lebenskraft St\u00f6rungen ausgleichen muss, um das innere Gleichgewicht wiederherzustellen. Die Symptome sind also Ausdruck der Krankheit, nicht die Krankheit selbst. Damit die Lebenskraft die Krankheit besiegen kann, muss sie mit genau dem Arzneimittel konfrontiert werden, das, an Gesunden getestet, m\u00f6glichst \u00e4hnliche Symptome hervorgerufen hat, wie sie der Patient zeigt.<\/p>\n<p>Hochverd\u00fcnnt und gut gesch\u00fcttelt<br \/>\nDie zweite Besonderheit dieser Heilmethode liegt in ihren Arzneimitteln. Sie sind hochverd\u00fcnnt, zum Teil so sehr, dass kein Molek\u00fcl der urspr\u00fcnglichen Substanz physikalisch mehr nachweisbar ist. Dass sie dennoch wirken, erkl\u00e4ren Hom\u00f6opathen mit dem Ph\u00e4nomen, dass die Arznei bei jedem Verd\u00fcnnungsschritt nach einem genau festgelegten Ablauf gesch\u00fcttelt wird und dabei die Information, die in der Urtinktur steckt, an die Tr\u00e4gersubstanz \u00fcbergeht \u2013 je \u00f6fter versch\u00fcttelt wird desto intensiver der Informationsgehalt. Das Verd\u00fcnnen und Versch\u00fctteln macht die Arznei kr\u00e4ftiger, \u201epotenziert&#8220; sie. Moderne Forschungsergebnisse aus der Kybernetik scheinen diese Annahmen zumindest teilweise zu best\u00e4tigen. Sie zeigen, dass Substanzen, die durch einen Stoff hindurchgeschickt werden, Spuren hinterlassen k\u00f6nnen, auch wenn die Substanz danach selbst nicht mehr vorhanden sind.<\/p>\n<p>Individuelle Behandlung<br \/>\nDer Hom\u00f6opath behandelt nicht ein Symptom wie Migr\u00e4ne, sondern einen Patienten mit individuellen k\u00f6rperlichen und seelischen Merkmalen. Er verschreibt dann nicht einfach ein Migr\u00e4nemittel, sondern er versucht die Ursache\/Ausl\u00f6ser der Beschwerde zu ergr\u00fcnden und auszuschalten. Im Mittelpunkt steht das Lebewesen als Ganzes, als Einheit von K\u00f6rper, Geist und Seele. F\u00fcr die Auswahl des richtigen Arzneimittels sind die genauen individuellen Symptome des Patienten entscheidend. So verordnet der Hom\u00f6opath beispielsweise einem reizbaren Hund mit Augenentz\u00fcndung, die sich bei W\u00e4rme verschlimmert, ein anderes Mittel als einem \u00e4ngstlichen Hund, dessen Augenentz\u00fcndung sich im Freien bessert.<\/p>\n<p>Behandlung: Intensive Diagnose und Erstverschlimmerung<br \/>\nDas erste Gespr\u00e4ch ist meist recht zeitaufw\u00e4ndig, da der Hom\u00f6opath einen m\u00f6glichst genauen Katalog der individuellen Beschwerden des Patienten erstellen muss. Das kann zwei Stunden und mehr in Anspruch nehmen. Wichtig sind hierbei auch folgende Kriterien, welches Futter wurde bis dato gegeben, welche tier\u00e4rztlichen Behandlungen wurden bisher mit welchen Medikamenten durchgef\u00fchrt, welche besonderen Charaktereigenschaften (Eigenheiten) hat das Tier (Unterordnung, Intelligenz, Arbeitswille, Spieltrieb, soziales Verhalten etc.), sowie Schlafpl\u00e4tze und \u2013gewohnheiten. Weiterhin interessiert alles was die Beschwerden bessert, was sie verschlimmert, unter welchen Umst\u00e4nden sie zum ersten Mal aufgetreten sind, ob W\u00e4rme oder K\u00e4lte gut tut, ob sie zu bestimmten Zeiten auftreten oder sich verschlimmern, wie sich der Patient seelisch f\u00fchlt.<br \/>\nHier weisen wir ausdr\u00fccklich darauf hin, dass wir von Ihnen w\u00f6chentlich f\u00fcr 3-4 Wochen nach JEDER Mittelgabe, eine R\u00fcckmeldung per Telefon oder E-Mail erwarten, damit wir die Mittelwirkung bei Ihrem Tier beurteilen k\u00f6nnen. SIE sind unsere Augen vor Ort &#8211; ohne entsprechende Informationen wird die Behandlung weniger erfolgreich sein und im schlimmsten Fall zu keinem Erfolg f\u00fchren!<\/p>\n<p>Erstverschlimmerung<br \/>\nNach der Einnahme der Mittel k\u00f6nnen sich die Symptome bei den Niederpotenzen f\u00fcr einige Stunden verschlimmern, bei Hochpotenzen kann dies auch durchaus zwei bis vier Tage andauern. Diese so genannte Erstverschlimmerung zeigt dem Hom\u00f6opathen, dass das Mittel passt und wirkt und bald eine Besserung der Beschwerden zu erwarten ist. Aus der Reaktion auf das Mittel entscheidet der Hom\u00f6opath, ob und wann Sie das Mittel noch einmal einnehmen sollen, ob man noch abwartet, weil das Mittel noch wirkt, oder ob zu einem bestimmten Zeitpunkt ein anderes Mittel folgen soll.<\/p>\n<p>Behandlungsdauer<br \/>\nWie lange eine hom\u00f6opathische Behandlung insgesamt dauert, h\u00e4ngt ab von der Vitalit\u00e4t des Patienten, ob es sich um akute oder chronische Probleme handelt und wie lange die Beschwerden bereits bestehen. Bei akuten Beschwerden vitaler Patienten kann eine Heilung innerhalb von Stunden erfolgen. Bei chronischen F\u00e4llen kann die Behandlung Monate, manchmal sogar Jahre in Anspruch nehmen. Als Fortschritt in der Behandlung werten Hom\u00f6opathen, wenn sich Symptome vom K\u00f6rperinneren nach au\u00dfen verlagern, also zum Beispiel Hauterscheinungen auftauchen oder alte Symptome wieder aufflackern, weil das zeigt, dass die Lebenskraft wieder imstande ist, sich mit den St\u00f6rungen auseinander zusetzen und von lebenswichtigeren Zentren weg nach au\u00dfen zu bringen.<\/p>\n<p>Arznei: Pflanzen, Mineralien und tierische Substanzen<br \/>\nHom\u00f6opathische Mittel werden nicht nur aus Pflanzen (z.B. Arnika), sondern auch aus Mineralstoffen (z.B. Kalzium) und tierischen Substanzen (z.B. Sepia) hergestellt. Die Anh\u00e4nger Hahnemanns haben seine Arzneimittelpr\u00fcfungen fortgesetzt, sodass heute mehrere tausend getestete Mittel zur Verf\u00fcgung stehen. Fast alle Mittel gibt es als Milchzuckerk\u00fcgelchen, so genannte Globuli, als Tabletten oder fl\u00fcssig. Sie tragen zus\u00e4tzlich zum Namen der Substanz Bezeichnungen wie D, C, oder LM kombiniert mit einer Zahl \u2013 etwa D6, C30 oder LM12. Die Buchstaben geben das Verd\u00fcnnungsverh\u00e4ltnis an. D steht f\u00fcr eine Verd\u00fcnnung 1:10, C f\u00fcr 1:100, LM f\u00fcr 1:50000. Die Zahl dahinter besagt, wie oft der Vorgang des Verd\u00fcnnens und Versch\u00fcttelns wiederholt wurde.<\/p>\n<p>Herstellung des Mittels<br \/>\nUm die Grundlage f\u00fcr das Arzneimittel \u2013 die Urtinktur \u2013 herzustellen, wird das Rohmaterial zerrieben oder zersto\u00dfen, mit 30- bis 45-prozentigem Alkohol ausgezogen und dann abgepresst. Die gew\u00fcnschte Wirkung bekommt das Mittel nach Ansicht der Hom\u00f6opathen aber erst durch die folgenden Verd\u00fcnnungs- und Versch\u00fcttelungsschritte. Erst durch diese Potenzierung und Dynamisierung kann das Mittel seine Kraft entfalten. Ein Beispiel: Um ein hom\u00f6opathisches Mittel in D-Potenz herzustellen, wird ein Tropfen Urtinktur mit 9 Tropfen Alkohol oder Wasser verd\u00fcnnt und 10-mal kr\u00e4ftig versch\u00fcttelt. Das ergibt die Potenz D1 . Von D1 wird wiederum 1 Tropfen mit 9 Tropfen Fl\u00fcssigkeit verd\u00fcnnt und 10-mal versch\u00fcttelt, so erh\u00e4lt man die Potenz D2 usw. Bei C-Potenzen wird pro Potenzierungsschritt jeweils 1 Teil der Ursubstanz mit 99 Tropfen Verd\u00fcnnungsmedium 100-mal versch\u00fcttelt, bei LM-Potenzen 1 Teil mit 49 999 ebenfalls 100-mal. Globuli werden mit Tropfen des potenzierten Mittels getr\u00e4nkt und mit kreisenden Bewegungen geschwenkt, um alle zu benetzen. Feste unl\u00f6sliche Substanzen werden direkt mit Milchzucker verrieben.<\/p>\n<p>Arznei: Einzelsubstanzen contra Komplexmittel<br \/>\nHeute stehen neben Einzelsubstanzen auch so genannte Komplexmittel zur Verf\u00fcgung. In diesen Mitteln sind mehrere hom\u00f6opathische Arzneimittel kombiniert, die alle einen Bezug zu bestimmten Beschwerden haben. So ist es einfacher, f\u00fcr eine bestimmte Beschwerde ein Medikament zu finden. Nimmt man beispielsweise so eine Mischung f\u00fcr Heuschnupfen, ist die Wahrscheinlichkeit gro\u00df, dass eines der enthaltenen Mittel f\u00fcr die Symptome passt. Manche dieser Komplexmittel k\u00f6nnen deshalb tats\u00e4chlich die Beschwerden lindern. Oft kehren sie aber wieder, weil dadurch nicht die tiefe Wirkung erreicht wird, die ein gut ausgew\u00e4hltes Einzelmittel erreicht, das auf die Gesamtheit der individuellen Symptome eines Patienten abgestimmt ist. Klassische Hom\u00f6opathen, die streng nach der Lehre Hahnemanns behandeln, lehnen Komplexmittel ab. Das hei\u00dft, ein Patient mit bestimmten Symptomen braucht genau das Mittel, das an Gesunden getestet m\u00f6glichst \u00e4hnliche Symptome erzeugen kann.<\/p>\n<p>Bitte setzen Sie bei Tieren am besten immer Globulis ein, da diese zum einen besser dosiert werden k\u00f6nnen und zum anderen alkoholische L\u00f6sungen nur zu heftigen Abwehrreaktionen bei der Eingabe f\u00fchren (vom Schaden bei l\u00e4ngeren Eingabezeiten f\u00fcr die Leber ganz zu schweigen!).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00c4hnliches mit \u00c4hnlichem heilen Die Hom\u00f6opathie arbeitet im Gegensatz zur Schulmedizin nach dem \u00c4hnlichkeitsprinzip: Similia similibus curentur \u2013 \u00c4hnliches werde mit \u00c4hnlichem geheilt. Von diesem Grundsatz leitet sich auch der Name ab: Das griechische Wort homoios bedeutet \u00e4hnlich (gleich), pathos hei\u00dft Leiden (erleiden). 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